Als ich die Bilder für diesen Beitrag angeschaut habe, blieb mein Blick ausgerechnet am Strickpolo hängen. Nicht, weil ich vergessen hatte, dass ich es besitze. So weit ist es mit meinem Kleiderschrank und mir noch nicht. Sondern weil es aus meiner Frühjahrskooperation mit THE BRITISH SHOP stammt und nun schon wieder in die nächste Übergangssaison spaziert.

Im Frühjahr hat es die wärmeren Tage begrüßt, jetzt weckt es bei mir die Vorfreude auf den Herbst. Dass ein Kleidungsstück dabei ganz entspannt dasselbe bleiben kann, während ich gedanklich schon eine Jahreszeit weiter bin, finde ich ziemlich sympathisch. Wobei sich natürlich die Frage stellt: Darf man Ende August überhaupt schon Herbstvorfreude haben? Oder ist das dem Sommer gegenüber unhöflich?

Wann beginnt eigentlich eine neue Modesaison?

Der Kalender ist in dieser Frage keine große Hilfe. Der behauptet Ende August ziemlich eindeutig, dass Sommer ist. Das Wetter wiederum hält sich mitunter nur stundenweise an diese Information. Morgens denke ich über eine zusätzliche Schicht nach, mittags trage ich sie durch die Gegend und am Abend bin ich froh, wenn sie den Tag überhaupt mit mir beendet. Nicht jede Übergangsjacke, die morgens das Haus verlässt, kehrt abends zuverlässig zurück. Und ja, ich weiß leider sehr genau, wovon ich spreche.

Vor circa zwei Jahren habe ich an einem Augusttag meine heißgeliebte Lederjacke auf einem Event liegen lassen. Vermutlich war sie morgens noch dringend nötig, später dann lästig und irgendwann hing sie irgendwo, während ich ohne sie nach Hause gegangen bin. Seitdem habe ich sie nie wiedergesehen. Wie ärgerlich ist das bitte? Ich bin heute noch fast jede Woche mindestens einmal traurig darüber. Das klingt vielleicht übertrieben, ist aber bei einer wirklich guten Lederjacke eher knapp kalkuliert. Irgendwo läuft hoffentlich wenigstens jemand herum, der sie angemessen zu schätzen weiß. Wobei mir der Gedanke ehrlich gesagt auch nicht hilft.

Vielleicht beginnt eine Modesaison also gar nicht mit einem bestimmten Datum. Vielleicht beginnt sie einfach in dem Moment, in dem man morgens eine Jacke mitnimmt, sie mittags nicht mehr braucht und abends hoffentlich noch weiß, wo sie geblieben ist. Oder eben dann, wenn man wieder Lust auf andere Farben, Stoffe und Kombinationen bekommt. Bei mir ist dieser Moment offensichtlich gekommen.

Sommermode bedeutet für mich hauptsächlich weglassen

Das heißt nicht, dass ich den Sommer loswerden möchte. Ich mag ihn sehr und finde, er sollte leicht und unbeschwert sein. Das gilt auch für meine Kleidung. Wenn es richtig heiß ist, bin ich allerdings vor allem mit Weglassen beschäftigt. Nichts soll kleben, möglichst wenig soll wärmen und jede zusätzliche Lage ist ungefähr so willkommen wie eine Heizdecke im Freibad.

Das ist völlig in Ordnung, denn Sommermode muss nicht jeden Tag eine komplizierte modische Geschichte erzählen. Manchmal reicht es, wenn sie mich gut angezogen durch 30 Grad bringt. Das ist schließlich auch eine Leistung. Nach einigen heißen Wochen bekomme ich trotzdem wieder Lust auf mehr Möglichkeiten. Nicht unbedingt auf mehr Stoff, aber auf mehr Kombination. Da besteht ein Unterschied, auch wenn mein Kleiderschrank ihn vermutlich nicht immer erkennen lässt.

Conny trägt auf einer Treppe ein rotes Strickpolo zur weiten Khakihose

Im Winter sieht man hauptsächlich meine Jacke

Der Winter bietet zwar theoretisch sehr viel Kleidung, praktisch verschwindet davon aber einiges unter einem Mantel. Ich kann morgens das schönste Outfit zusammenstellen und draußen sieht man davon später ungefähr die unteren zehn Zentimeter. Drinnen wartet dann die Heizungsluft, die meine Haut innerhalb kürzester Zeit in etwas verwandelt, das dringend gegossen werden müsste. Modisch ist der Winter also nicht völlig ohne Schwierigkeiten.

Deshalb mag ich die Übergänge so gerne. Im Frühjahr und Herbst darf mehr miteinander stattfinden, ohne dass ich entweder wegen der Hitze alles wieder ausziehe oder wegen der Kälte alles unter einer dicken Jacke verstecke. Das Frühjahr wird heller und fühlt sich nach Anfang an. Der Herbst wird bunter, kräftiger und bringt all die Stoffe und Muster zurück, die im Hochsommer Pause hatten. Was kann man dagegen haben?

Conny auf einer Treppe im Übergangsoutfit mit Karoblazer und brauner Tasche

Was macht einen guten Übergangslook aus?

Ein guter Übergangslook braucht für mich keine möglichst hohe Anzahl an Schichten. Oft genügt ein Kleidungsstück, das dazukommen oder wieder verschwinden kann, ohne dass der Rest anschließend aussieht, als hätte ich unterwegs einen Teil meines Outfits verloren.Mehr Anleitung braucht es dazu eigentlich nicht. Das Wetter darf seine Meinung ändern und der Look macht es einfach mit.

Genau dieses Prinzip zeigen auch die heutigen Bilder. Was ich darauf trage, kannst du selbst sehen. Sehr viel interessanter finde ich, wie schnell sich die ganze Stimmung verändert, obwohl dafür kein vollständiger Kleiderschrankwechsel nötig ist.

Noch Sommer? Schon Herbst?
Ich würde sagen: ja.

Ein Strickpolo zwischen Frühjahr und Herbst

Mein Strickpolo hat in dieser Sache offenbar keine Berührungsängste. Es war im Frühjahr dabei (auch ein bisschen im Sommer) und passt nun genauso gut zu meiner ersten Herbstvorfreude. Genau so wünsche ich mir Kleidung. Sie darf wiederkommen, anders kombiniert werden und in einer neuen Jahreszeit eine andere Wirkung haben. Nach einem Beitrag muss sie schließlich nicht in Rente gehen.

Instagram könnte gelegentlich einen anderen Eindruck vermitteln. Dort tauchen ständig neue Kleidungsstücke auf, bis man fast glauben könnte, zweimaliges Tragen sei ein mutiges Nachhaltigkeitsprojekt. In meinem echten Leben kommen Kleidungsstücke hingegen häufiger vor. Gelegentlich sogar absichtlich. Und weil dieses Strickpolo von THE BRITISH SHOP gerade den Bogen vom Frühjahr zum Herbst schlägt, passt es besonders gut, dass bereits die nächste Zusammenarbeit ansteht.

Übergangslook 2026 mit rotem Strickpolo, Karoblazer und weiter Khakihose

Vorfreude auf zwei neue Herbstlooks

In Kürze kommen zwei neue Herbstlooks von THE BRITISH SHOP und ich freue mich wirklich sehr darauf. Ich habe die Teile bereits ausgesucht und würde sie natürlich am liebsten sofort zeigen. Aber so funktioniert das mit der Vorfreude leider nicht. Erst kommt das Warten und dann das Vergnügen. Ich halte diese Reihenfolge nicht grundsätzlich für alternativlos, wurde dazu aber nicht befragt. So viel kann ich schon verraten: Die beiden Looks treffen meine Schwäche für Herbstmode ziemlich genau. Meine innere Saisonplanung ist deshalb längst weiter als der Kalender und vermutlich auch weiter als die aktuelle Wettervorhersage. Und Weihnachten ist ja auch nimmer weit. Ich habe sogar schon mindestens einen Adventskalender vorbestellt.

Detail des roten Strickpolos unter einem mehrfarbigen Karoblazer

Wie viel Herbst darf es Ende August sein?

Von mir aus darf der Herbst Ende August schon einmal vorsichtig anklopfen. Er muss nicht gleich mit Wollmantel und dicken Pullovern einziehen. Die könnten bei sommerlichen Temperaturen ohnehin direkt wieder um Rückgabe ihrer Einladung bitten. Mir reichen zunächst kräftigere Farben, interessante Materialien, geschlossene Schuhe und natürlich Karo. Meine Schwäche für Karomuster muss an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden. Sie ist hinreichend dokumentiert und zeigt auch keinerlei Besserung.

Der Sommer darf währenddessen gerne noch ein paar warme Tage verteilen. Herbstvorfreude und Sommerliebe schließen sich schließlich nicht aus. Mein Kleiderschrank bekommt das problemlos gleichzeitig hin.

Conny trägt auf einer Treppe ein rotes Strickpolo zur weiten Khakihose

Irgendwo ist immer Übergangssaison

Eigentlich ist Übergangsmode ohnehin fast das ganze Jahr ein Thema. Im Sommer warten klimatisierte Räume, im Frühling gerne mehrere Wetterlagen an einem Tag und im Herbst schöpfen die Sandalen gelegentlich noch einmal völlig unbegründet Hoffnung. Dazu kommt das persönliche Temperaturempfinden. Während eine Person bereits ihre Strickjacke sucht, möchte eine andere das Fenster öffnen. Beide halten sich selbstverständlich für die vernünftigere Partei.

Vielleicht mag ich die Übergangssaison genau deshalb so sehr. Sie legt sich nicht fest und gibt mir modisch den größten Spielraum. Ich kann Bekanntes neu kombinieren, etwas ergänzen, wieder weglassen und mich auf die nächste Jahreszeit freuen, ohne die aktuelle vorzeitig zu verabschieden. Und hey, ich schreibe einen Modeblog. Also machen wir uns nun gemeinsam auf die bunteste, vielfältigste und für mich schönste Saison gefasst. Mein heutiger Übergangslook 2026 ist schon einmal ein kleiner Vorgeschmack.

Wann beginnt bei dir die Herbstvorfreude? Mit den ersten kühleren Morgenstunden, mit geschlossenen Schuhen oder erst dann, wenn der Sommer wirklich keine Gegenargumente mehr hat? Danke, dass du heute wieder bei mir vorbeigeschaut hast. Freu mich sehr über dein Zeitgeschenk und wünsche dir einen entspannten Sonntag.

DU WILLST MEHR?

TRAG DICH EIN UND ERHALTE DIE NEUESTEN FASHION- UND LIFESTYLE TIPPS. JEDEN SONNTAG NEU

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

DANKE 🖤


Details – Werbung:

Hose:

Nili Lotan – vor ein paar Jahren hab ich sie bei Lindner Fashion gekauft und es ist eine große Liebe diese Hose. Aktuell hab ich beim Breuninger dieses Modell (Affiliatelink) gesehen. Auch cool ist diese hier via Bonprix (Affiliatelink).

Strickpolo

via THE BRITISH SHOP – leider ist es nimmer verfügbar. Ich finde, das ist ein Verlust.

Schuhe

Camper – das sind meine flüssigen Karamel-Schuhe. Das Modell habe ich leider nimmer gefunden, dafür diesen Klassiker hier via Breuninger (Affiliatelink).

Blazer

King Louie – hab ich seit letztem Herbst und iwie ist ein Herbst ohne Karo kein Herbst. Deshalb habe ich hier eine Karo-Blazer von Armed Angels rausgefischt (Affiliatelink). Etwas kleinkarierter gehts bei diesem Blazer von Mango (Affiliatelink) zu.

Tasche

Louis Vuitton



Conny sitzt im roten Strickpolo und in weiter Khakihose auf einer Steintreppe

Ähnliche Beiträge

5 Kommentare

  1. Guten Morgen Conny, meine Herbstvorfreude beginnt meist im Sommer schon. Wenn es heiss ist. Allerdings mag ich Kälte auch nicht. Deshalb hoffe ich immer auf einen schönen Herbst und mild bis Weihnachten🤭
    Dein Look ist ein schöner Hingucker. Rot und der Karoblazer sind mega zusammen.
    Schade wegen Deiner Lederjacke, das ist so tückisch. Wie wäre en mit Apple Tag? Grad bei coolen teuren Jacken?
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag, liebe Grüße Tina

    1. Liebe Tina, deinen Wetterwunsch übernehme ich sofort: ein schöner, bunter Herbst und anschließend bitte mild bis Weihnachten. Kälte brauche ich nämlich ebenfalls nur sehr dosiert. 🤭
      Und die Idee mit dem AirTag ist sensationell. Warum bin ich da bitte noch nie selbst draufgekommen? Gerade bei einer heißgeliebten oder teureren Jacke, die man auf Veranstaltungen irgendwann auszieht und irgendwo ablegt, wäre das wirklich genial. Meine Lederjacke bringt es mir leider nicht mehr zurück, aber für die Zukunft merke ich mir das unbedingt. Danke dir auch für deine lieben Worte zum Look. Rot und Karo machen mir gerade richtig Lust auf die kommenden Herbstkombinationen. Ich wünsche dir ebenfalls einen wunderschönen Sonntag. Lieber Gruß, Conny

      1. Mir hilft der Tag beim Autoschlüssel. Ich hab ihn einfach ins Mäppchen gelegt. Es ist beruhigend, wenn ich ihn suche und schnell sehe wo er ist.
        Ich finde es schön, dass du Kommentare beantwortest. Danke dir für deine Mühe.
        Ich freue mich auch schon sehr auf deine Herbstlooks.
        Ich wünsche Dir einen schönen Tag, liebe Grüße Tina

  2. Liebe Conny, ich kenne das Gefühl, wenn die ‚Kleine‘ in die weite Welt hinaus zieht. Meine Tochter fuhr mit 18 für 1 Jahr als Au Pair nach Cambridge 🥹
    Zu einer Arztfamilie mit drei Kindern. Es war eine Schule fürs Leben und alles gemeistert zu haben hat sie und mich mit Stolz erfüllt. Auch bei deiner Tochter wird es so sein…. 🍀
    Aber ja, es ist nicht leicht, sie ziehen zu lassen.
    Nach diesem extremen Sommer freuen wir uns wohl alle auf den Herbst. Auf kühlere Tage und darauf, die Lieblingsjacke wieder tragen zu können…
    Deine Outfits von British Shop finde ich immer toll und freue mich deshalb jetzt schon darauf.

    Liebe Grüsse Eva

    1. Liebe Eva, mit 18 für ein ganzes Jahr nach Cambridge und dann gleich in eine Familie mit drei Kindern, das ist wirklich ein großer Schritt. Dass ihr beide danach stolz wart, kann ich gut verstehen. Und es tut mir gerade gut, das von dir zu lesen. Ich traue meinem Tochterkind ja alles zu und gönne ihr diese Zeit so sehr. Nur das Vermissen lässt sich davon leider nicht beeindrucken. Zum Glück ist Rom nicht aus der Welt und meine Besuche sind ihr praktisch schon sicher. 😉
      Über dein Kompliment zu den Looks von THE BRITISH SHOP freue ich mich ganz besonders. Ich habe selbst so viel Freude daran, die Sachen auszusuchen und zu kombinieren. Wenn du dich dann schon auf die nächsten Looks freust, ist das für mich wirklich ein schönes Gefühl. Am liebsten würde ich sie dir sofort zeigen.
      Danke für deine lieben und aufmunternden Worte. Auf einen schönen Herbst mit viel Gelegenheit für unsere Lieblingsjacken. Lieber Gruß, Conny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.