Ein Outfit für Venedig im Herbst zu planen, ist gar nicht so einfach. Zumindest dann nicht, wenn Sonne, Wind und Regen innerhalb weniger Stunden vorbeikommen und man trotzdem nicht ausschließlich nach praktischen Gesichtspunkten angezogen sein möchte.

Während unserer Reise trug ich sehr viel Blau, eine Flared-Jeans und hauptsächlich die kurze Innenjacke meines GoFranck-Regenmantels. Davon gibt’s sogar ein Foto… also eins. Der lange Mantel war ebenfalls dabei und kam gleich bei unserer Ankunft zum Einsatz. Von ihm gibt es allerdings höchstens ein Kapuzenselfie. Wenn man ganz ohne Menschen unterwegs ist, die ständig alles fotografieren, dann vergesse ich oft, meinen Look für die Nachwelt festzuhalten.

Warum war ich eigentlich noch nie in Venedig?

Ich war vor dieser Reise tatsächlich noch nie in Venedig. Die Stadt stand auch nicht besonders weit oben auf meiner Liste. Nicht, weil ich etwas gegen Venedig gehabt hätte. Irgendwie hatten sich bisher einfach immer andere Reiseziele dazwischengedrängelt.

Dass wir nun dort waren, verdanke ich meiner besten Freundin. Sie hatte sich die Reise zu ihrem Geburtstag gewünscht und das war eine ausgesprochen gute Idee. Wir waren gemeinsam mit unseren Männern unterwegs und wohnten auf dem Lido. Inzwischen bin ich ihr sehr dankbar für diesen Reisewunsch. Venedig hat es nämlich innerhalb weniger Tage geschafft, auf meiner Liste ziemlich weit nach oben zu rutschen.

Flared Jeans und öffentliche
Toiletten sind keine ideale Verbindung.
Aber irgendwas ist schließlich immer.

Einmal Tronchetto, People Mover und Vaporetto

Unser Auto ließen wir in Tronchetto stehen. Von dort ging es mit dem People Mover weiter und anschließend stiegen wir ins Vaporetto Richtung Lido. Das funktionierte alles erstaunlich unkompliziert. Für die Ankunft trug ich meinen langen blauen Regenmantel über dem restlichen Look. Auf dem Vaporetto fühlte ich mich damit plötzlich wie ein absoluter Venedig-Profi. Zwischen all den teilweise eher unpassend angezogenen Touristen sah ich nämlich so aus, als wäre ich mit allem mega vertraut.

Dabei war es mein allererster Besuch. Das wusste dort aber schließlich niemand. Mein Outfit vermittelte jedenfalls deutlich mehr Ortskenntnis, als tatsächlich vorhanden war. Ich sah vermutlich aus, als wüsste ich ganz genau, an welcher Haltestelle wir aussteigen müssen. Auch das entsprach nicht durchgehend den Tatsachen.

Porträt von Conny in dunkelblauer GoFranck-Jacke mit dem Markusturm im Hintergrund

Herbstwetter mit vollständigem Programm

Das Wetter war sehr durchwachsen. Wir hatten Sonne, leichten Regen und vor allem ziemlich viel Wind. Der war stellenweise so ordentlich, dass ich froh über jede Schicht meines Outfits war. Ich trug meine Flared-Jeans, weil Jeans bei einer Städtereise einfach immer funktionieren. Zumindest wenn das Wetter eher herbstlich ist. Auf öffentlichen Toiletten sieht die Angelegenheit mit sehr weiten und langen Hosenbeinen etwas anders aus.

Das weiß man vorher natürlich. Ich hatte sie trotzdem an, weil ich den Look genau so tragen wollte. Manchmal ist mir die Optik eben wichtiger als die letzte Konsequenz in Sachen Alltagstauglichkeit. Bei einem Toilettenbesuch muss man dann einfach sehr konzentriert bei der Sache bleiben.

	Rialtobrücke am Canal Grande mit blau-grünen Anlegepfählen

Zwei Jacken in einer waren diesmal wirklich sinnvoll

Meinen blauen Regenmantel von GoFranck habe ich vor ziemlich genau einem Jahr bei Lindner Fashion gekauft. Er war nicht günstig, aber inzwischen kann ich wirklich sagen, dass er jeden Cent wert ist. In den langen Mantel lässt sich eine kurze Innenjacke mit Teddyfell einzippen. Bei unserer Ankunft trug ich beides zusammen. An den anderen Tagen reichte mir meistens die Innenjacke, da wir glücklicherweise zu wenig Regen hatten.

Sie ist kuschelig, hält den Wind wunderbar ab und war für das wechselhafte Wetter perfekt. Wenn es etwas wärmer wurde, musste ich nicht den gesamten langen Mantel mit mir herumtragen. Gleichzeitig hatte ich genügend Jacke dabei, sobald der Wind wieder kräftiger wurde. Genau solche Teile mag ich auf Reisen. Ich kann sie unterschiedlich tragen und muss nicht für jede mögliche Wetterlage eine weitere Jacke einpacken. Dass beide Teile blau sind, hat die Sache zusätzlich erleichtert. Lieblingsfarbe halt.

Mit dem Vaporetto zur Biennale

Ein Hauptgrund für unsere Reise war die Kunstbiennale. Wir besuchten die Giardini und verbrachten dort einen großen Teil des Tages. Ich könnte jetzt so tun, als hätte ich jedes Kunstwerk sofort verstanden. Das wäre allerdings schlicht gelogen.

Manches hat mich sofort angesprochen, anderes erst später und bei einigen Arbeiten wusste ich auch nach längerem Hinsehen nicht genau, was ich damit anfangen sollte. Aber genau das mochte ich. Es gab dort so viel zu entdecken, dass mein Kopf irgendwann gar nicht mehr hinterherkam. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass wir noch vor dem Ende der Biennale nach Venedig gefahren sind. Und ich freue mich schon jetzt auf die nächste Ausgabe in zwei Jahren. Das hätte ich vor dieser Reise nicht erwartet.

Venedig ist kleiner als mein Arbeitsweg

Vom Lido aus waren wir mit dem Vaporetto schnell an den Giardini, am Markusplatz und an den anderen Orten, die wir sehen wollten. Die Entfernungen kamen mir ohnehin ziemlich überschaubar vor. Wenn ich überlege, wie lange ich morgens manchmal mit dem Auto zur Arbeit brauche, könnte ich in derselben Zeit vermutlich einmal um eine venezianische Insel fahren. Wobei auch Vaporettos im Stau stehen können. Das sieht nur anders aus als der Verkehr, in dem ich normalerweise stehe.

Natürlich haben wir die Klassiker gesehen und fotografiert. Die Rialtobrücke, den Markusplatz, Kanäle, Gondeln und Hausfassaden. Wahrscheinlich genau die Motive, die dort alle fotografieren. Sie sind aber eben auch wirklich schön.

Auf der Rückfahrt wurde es elektrisch kompliziert

Die Anreise mit dem Elektroauto war gut geplant und funktionierte problemlos. Die Rückfahrt war dagegen ziemlich nerven- und kräftezehrend. In der App wurden uns Ladesäulen angezeigt, die vor Ort gar nicht existierten. Andere Säulen funktionierten wegen eines Softwarefehlers nicht. Wieder andere beendeten den Ladevorgang, obwohl das Auto die berühmten 80 Prozent noch nicht erreicht hatte.

Dass man nicht bis 100 Prozent lädt, habe ich inzwischen verstanden. Glaube ich zumindest. Die gesamte Wissenschaft der Elektromobilität hat sich mir trotzdem noch nicht vollständig erschlossen. Für längere Strecken empfinde ich das Laden deshalb weiterhin eher als belastend. Natürlich kommt man irgendwann ans Ziel. Auf die Suche nach Ladesäulen, die laut App vorhanden sind und sich vor Ort trotzdem nicht finden lassen, könnte ich allerdings gut verzichten.

Display des Elektroautos nach beendetem Ladevorgang bei 48 Prozent

Venedig steht jetzt auf meiner Liste

Trotz der Rückfahrt war das eine wunderbare Reise. Ohne den Geburtstagswunsch meiner Freundin wäre Venedig vermutlich noch eine ganze Weile nicht auf meinem Reiseplan gelandet. Jetzt möchte ich unbedingt wieder hin. Zur nächsten Biennale sowieso, aber gerne auch einfach so. Bis dahin bleiben mir viele Bilder, die Erinnerung an drei wunderbare Tage und die Erkenntnis, dass meine kurze GoFranck-Jacke mit venezianischem Wind sehr gut zurechtkommt.

Die Flared-Jeans würde ich ebenfalls wieder einpacken. Sie macht nicht jede Situation einfacher, aber das war bei meiner Kleiderwahl bekanntermaßen noch nie das einzige Kriterium. Wart ihr schon einmal in Venedig und möchtet ihr auch unbedingt wieder hin? Oder gibt es eine Stadt, die lange nicht auf eurer Liste stand und euch dann völlig überrascht hat?

Und weil ihr euch mit mir durch Wind, Biennale, öffentliche Toiletten und die Suche nach funktionierenden Ladesäulen bewegt habt, möchte ich an dieser Stelle unbedingt Danke sagen. Für eure Zeit, eure Kommentare und dafür, dass ihr meinen Geschichten hier immer wieder einen Platz in eurem Tag gebt.

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Details – Werbung:

Jeans

Closed – auch eine Lieblingsmarke von mir. Und eine ähnliche habe beim Breuni gesehen (Affiliatelink). Ein anderes Modell ist dort gerade im Sale (Affiliatelink) und vielleicht in deiner Größe?

Schuhe

Converse: in der wasserabweisenden Variante und die sind echt gute Begleiter beim Sightseeing. Zudem



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2 Kommentare

  1. Guten Morgen liebe Conny!
    Was mich jetzt richtig freut, ist dass der Venezianische Vibe Dich gefangen hat.
    Und ihr habt mit der Unterkunft auf dem Lido alles richtig gemacht.
    Ihr hattet ja sicherlich volles Programm, wenn Du wieder hinfährst, beweg Dich mal abseits der Touristenströme. Man entdeckt dann Plätze, wo es sich anfühlt, als seien keine Touristen unterwegs.
    Unser schönster Abend war, als wir in einer klitzekleinen Bar inmitten von Venezianern waren. Man wurde nicht als Tourist behandelt, sondern wie ein entfernter Verwandter, der zu Besuch ist.
    Wie sehr freue ich mich auch über Deine Bilder, denn mein Herz hängt wirklich an dieser Stadt.
    Vielen lieben Dank fürs mitnehmen ❤️
    Herzliche Grüße
    Marion

    1. Liebe Marion, deine Beschreibung von dieser klitzekleinen Bar mitten unter Venezianern klingt genau nach der Art von Abend, die man nicht planen kann und trotzdem nie wieder vergisst. Allein dafür möchte ich eigentlich sofort wieder losfahren.

      Du hast recht, unser Programm war ziemlich voll. Beim nächsten Mal möchte ich unbedingt mehr Zeit einplanen, mich abseits der üblichen Wege treiben lassen und genau diese stilleren Ecken entdecken. Der Lido war dafür wirklich eine gute Entscheidung und ich würde dort jederzeit wieder wohnen.

      Danke, dass du deine Erinnerungen an Venedig mit mir teilst und dir immer wieder die Zeit für meinen Blog und sogar Kommentare nimmst. Darüber freue ich mich wirklich sehr. ❤️ Herzliche Grüße Conny

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