Es gibt diese Gedanken, die kommen nicht laut, sondern eher nebenbei. Beim Zähneputzen. Unter der Dusche. Ausgerechnet dann, wenn man sie nicht festhalten kann. Mir kommen viele Ideen genau in diesen Momenten. Wenn ich nicht schreiben kann, nicht tippen, nichts notieren. Und genau dort, unter der Dusche, ist mir aufgefallen, dass ich theoretisch sogar erreichbar wäre – wenn ich meine Smartwatch dort tragen würde. Tue ich nicht. Könnte ich aber.
Und genau dieser Gedanke bleibt hängen.


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Ständige Erreichbarkeit beginnt nicht im Job, sondern im Kopf
Was mich an der ständigen Erreichbarkeit wirklich beschäftigt, ist nicht der Job an sich. Nicht meine Kolleg*innen, die mir außerhalb der Arbeitszeit etwas abverlangen würden. Im Gegenteil. Niemand fordert das ein. Niemand erwartet eine Reaktion. Niemand schreibt mit dem unausgesprochenen Zusatz: „Bitte sofort kümmern.“ Und trotzdem lese ich mit. Auch an freien Tagen. Auch im Urlaub.
Nicht, um tätig zu werden. Sondern um zu wissen. Um vorbereitet zu sein. Um nicht überrascht zu werden. Um mir selbst dieses Gefühl zu geben, die Kontrolle zu behalten. Das Absurde daran: Die Arbeit verlangt das nicht. Ich verlange es von mir.

Ständige Erreichbarkeit gibt das Gefühl von Kontrolle. Dabei ist es oft genau das Gegenteil.
Generation 1974 und das Leben vor den Mails
Ich bin Jahrgang 1974. Ich kenne ein Arbeitsleben ohne Mails. Ohne Chats. Ohne dieses ständige Hintergrundrauschen aus Informationen, die jederzeit abrufbar sind.
Damals musste man warten. Auf die Übergabe. Auf einen Zettel. Auf einen Anruf. Auf den nächsten Arbeitstag. Dinge blieben liegen, ohne dass sie sich beleidigt fühlten. Heute liegt nichts mehr. Alles ist immer schon da. Bereit. Offen. Sichtbar.
Und selbst wenn ich es in einem längeren Urlaub schaffe, wirklich offline zu sein, passiert zuverlässig Folgendes: Am Tag vor meinem ersten Arbeitstag checke ich alles. Mails. Nachrichten. Kalender. Nicht, weil ich muss. Sondern weil ich wissen will, was mich erwartet. Damit ich innerlich schon sortieren kann, bevor ich meinen Schreibtisch sehe.
Das fühlt sich vernünftig an. Ist es aber vielleicht gar nicht.

Die Illusion von Kontrolle durch ständige Erreichbarkeit
Ständige Erreichbarkeit gibt das Gefühl von Kontrolle. Von Überblick. Von Sicherheit. Dabei ist es oft genau das Gegenteil. Denn wer immer schon weiß, was kommt, hat gedanklich nie wirklich frei. Der Urlaub endet nicht am letzten Urlaubstag, sondern schleicht sich vorher schon aus.
Ich merke das besonders an diesen Übergängen. Wenn ich eigentlich noch frei habe, mein Kopf aber schon wieder arbeitet. Wenn ich innerlich To-do-Listen schreibe, während ich äußerlich noch versuche, gelassen zu sein. Das ist kein Drama. Aber es ist ein Zustand.

Strickkleider im Office
Zwischen all dem Mitlesen, Vorbereiten und innerlich-schon-da-Sein gibt es ganz banale Realitäten. Zum Beispiel die Frage, was man morgens anzieht, wenn draußen Winter ist und drinnen ein Arbeitstag wartet. Ich zeige hier zwei Strickkleider, beide schon länger in meinem Schrank. Eins davon sogar richtig alt. Über 20 Jahre. Kein Archivfund, kein Revival, sondern einfach ein Kleid, das geblieben ist.
Beide kombiniere ich mit einem Blazer. Nicht als Statement, sondern weil es sich im Arbeitsalltag bewährt. Fürs Büro. Für drinnen. Für Tage, an denen man warm angezogen sein will, ohne sich in Schichten zu verlieren oder nach Skihütte auszusehen. Für Spaziergänge draußen wären diese Strickkleider nichts für mich, dafür ist mir das zu kalt. Auch mit Thermostrumpfhose. Das hier ist kein Outdoor-Look, sondern ein unkomplizierter Office-Look, der funktioniert, ohne viel Aufmerksamkeit zu verlangen.






Unter der Dusche
Vielleicht lande ich gedanklich deshalb immer wieder genau dort. Unter der Dusche. Bei diesem kurzen Zwischenraum, in dem weder Arbeit noch Freizeit richtig greifen. Nicht erreichbar zu sein, fühlt sich dort nicht wie Verzicht an, sondern wie ein ganz normaler Zustand. Und vielleicht ist genau das der Punkt. Nicht alles, was technisch möglich ist, muss auch mental mitgenommen werden. Manchmal reicht es, wenn das Wasser läuft, der Kopf kurz still wird und klar ist: Gerade muss ich nichts wissen.
Wie geht ihr mit ständiger Erreichbarkeit um? Lest ihr mit, auch wenn niemand etwas von euch verlangt? Oder schafft ihr es, wirklich abzuschalten? Ich bin gespannt auf eure Gedanken und bedanke mich für euren Besuch und eure Zeit. Habt einen wunderschönen und entspannten Sonntag.
DANKE 🖤
Details – Werbung:
- Strickkleider: beide von Marc O’Polo – ich mag die Strickkleider dieses Labels sehr. Meist ist die Qualität top. Aktuell habe ich dort dieses gefunden (Affiliatelink) und es dieses Exemplar sieht auch sehr relaxed aus. (Affiliatelink) und dieses hier von Neo Noir (Affiliatelink) finde ich einfach mega raffiniert
- Blazer: Zara – hab ich schon ne Weile und ist nimmer verfügbar.
- Mantel: Benetton – nicht aktuell – aber einen Karo-Mantel kann man immer brauchen. Den von Marc O’Polo zum Beispiel (Affiliatelink).
- Gürtel: Weinmann


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Ja ich lese mit. Fühle mich dann im Urlaub auch informiert. Ich nehme Notiz davon und gut. Denke ich. Vielleicht beschäftigt es aber mehr als es sollte.
Schöner Look und toll, dass das Kleid schon so lange bei Dir wohnt.
Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag, liebe Grüße Tina
Wieder ein ganz toller Blogpost, mit soviel Hirn dahinter!
Liebe Conny,
eine Smart-Watch kann sogar in der Dusche getragen werden… erstaunlich. Bei deiner Geschichte mußte ich noch an die Zeiten denken, wo ich klatschnaß aus der Wanne oder der Dusche zum Telefon gerannt bin. Oft noch voller Schaum, da ich dann erst das Läuten gehört habe. Wie doof von mir. Es hat aber gedauert, bis ich das Läuten ignoriert habe. Und dann fielen mir die Zeiten ein, wo an der Telefonzelle (und auch zuhause) der Aufkleber klebte: „Fasse Dich kurz!“ Neben dem Telefon hatten wir eine Sanduhr mit 8 Minuten Laufzeit. Danach mußte aufgelegt werden! Was für Zeiten!!!
Liebe Conny,
das Gefühl kenne ich ebenfalls. Mittlerweile versuche ich bewusst abzuschalten und die Erreichbarkeit auch mal abzustellen.
Der Look sieht klasse aus!
Liebe Grüße Marina