conny doll lifestyle: Mode ist ein schmutziges Geschäft - sind Modeblogs Teil des Problems?
Gedanken über Nachhaltigkeit

Mode ist ein schmutziges Geschäft – sind Modeblogs Teil des Problems?

Crazy – aber in diesem Jahr habe ich meinen Bloggeburtstag verpasst. Irgendwie habe ich völlig vergessen, dass wir bereits März haben… März!!!! Echt jetzt? Die Zeit vergeht so schnell und das ohne, dass überhaupt etwas Aufregendes passiert. Während dieser besch******* Pandemie besteht jeder Tag aus den gleichen Ereignissen… Aufstehen, Arbeiten, Schlafen. Die größte Abwechslung herrscht auf dem Speiseplan oder beim Fernsehprogramm. Dank diverser Streamingdienste, weiß man ja gar nicht, bei welcher Serie man noch mitreden soll. Außerdem herrscht natürlich Abwechslung in meinem Kleiderschrank. Halleluja. Jedenfalls habe ich am 14. März 2013 meinen ersten Blogpost veröffentlicht. Seither sind hier weit über 1.000 Beiträge zusammengekommen – allerdings haben es nicht alle davon geschafft, veröffentlicht zu werden. Acht Jahre Bloggerei – da könnte man meinen es reicht. Irgendwann ist doch sicherlich alles gesagt… Mein Look geht mit der Mode und besteht trotzdem fast nur aus Teilen, die ich schon lange habe.Mode ist ein schmutziges Geschäft - sind Modeblogs Teil des Problems?

Mode und andere Themen

Acht Jahre habe ich hier zu allen möglichen Themen meinen Senf abgegeben. Ich mache ja eigentlich vor gar nichts Halt. Warum auch? Nur weil ich hier hauptsächlich Mode zeige, schließt das nicht aus, dass ich anderweitig interessiert bin. Die Einzige, die daran Interesse hat, dass ich hier ausschließlich Texte über Mode verfasse, ist die Suchmaschine. Aber für die schreibe ich meine Blogposts nicht, sondern für die Frauen, die genauso ticken wie ich. Damit meine ich nicht, dass Ihr mit mir einer Meinung sein müsst, sondern dass Ihr vielseitig seid und das Denken nicht am eigenen Tellerrand aufhört. Jepp – das klingt vielleicht ein bisschen arrogant, wenn ich das von mir selbst behaupte. Allerdings ist es so nicht gemeint.

Nachhaltig ist: Gar nicht kaufen

Zudem schließen verschiedene Themen für mich auch nicht aus, dass ich Euch bei fast allen meinen Postings ein Outfit zeige. Denn egal was wir tun, wir laufen selten nackt durch die Gegend. Das Eva-Kostüm konnte sich sogar während der Pandemiezeit bisher nicht durchsetzen. Auch wenn die Mode insgesamt bequemer geworden ist. Deshalb gibt es, egal über welches Thema ich hier schreibe, hier eben immer auch ein Outfit. Was sich aber leider bisher auch nicht durchgesetzt hat und sich auch nicht mehr durchsetzen wird, ist nachhaltige Mode. Sorry – ich weiß, das klingt desillusioniert. Aber Ihr dürft Euch gerne diese aufschlussreiche Reportage ansehen. Dann kann man eigentlich nur zu einem Schluss kommen. Das einzig Nachhaltige an der Mode wäre, diese gar nicht erst zu kaufen. Letztlich haben wir alle sicherlich genug Kleidungsstücke im Schrank.conny doll lifestyle: Streifenbluse, Pullunder, Details

Viskose ist gut, oder?

Wenn ich also 2013 noch geglaubt hatte, Fast Fashion sei das Problem bei dieser ganzen Sache, dann kann ich acht Jahre später festhalten: Ultra Fast Fashion hat alles noch viel schlimmer gemacht. Und zu Viskose, dem Stoff, von dem ich dachte, er wäre zumindest ein besserer Ansatz, sei gesagt, er ist es nicht. Er hat der Modebranche nur ein weiteres Problem verschafft. Doch natürlich nicht bei uns, sondern im weit entfernten Indien dürfen sich die Menschen mit den Umweltsünden der Viskoseindustrie herumschlagen. Dass die ganze Welt durchs Klima miteinander verbunden ist, scheint die Verantwortlichen ja nach wie vor nicht zu interessieren. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie wir aus dieser Nummer wieder rauskommen. Und die Macher der oben verlinkten Reportage habe auch keine Lösung parat. Mit den hoch psychologischen Tricks, mit denen die Branche arbeitet, haben sie uns am Wickel.conny doll lifestyle: Porträt, Streifenhemd,

Denken und Tun

Und ich nehme mich nicht aus. Bei mir klaffen Denken und Tun auch häufig auseinander. So schaffe ich es immer noch, einen Einkauf beim Spanier oder Schweden zu rechtfertigen. Aber es ist weniger geworden. Sehr viel weniger. Doch zwischenzeitlich hängen auch bei diesen beiden Ketten so viele Arbeitsplätze, dass man mit Nichtkaufen auch ein Teil des Problems wird. Die Ultrafastfashion hingegen setzt gleich von vorneherein auf Ausbeutung und zwar in ihrer ganzen verdammten Lieferkette. Vielleicht ist das nach wie vor kein Thema für einen Blog, der sich mit Mode beschäftigt. Denn eigentlich wollte ich und will ich die schönen Seiten dieses Themas mit Euch teilen. Aber wie heißt es so schön, wo Licht ist, ist auch Schatten und ich wäre ziemlich ignorant, wenn ich vor den Schattenseiten meines privilegierten Lifestyles meine Augen verschließen würde. Wenigstens habe ich mich nicht hinreißen lassen, eine Kooperation mit diesen Labels einzugehen.

conny doll lifestyle: Streifenbluse, DetailsWerbung für Mode

Trotzdem findet Ihr seit einigen Jahren immer wieder Werbung auf meinem Blog. Vielleicht macht mich das zu einem Teil des Problems. Doch alle meine Kooperationspartner sorgen hier in Deutschland für Arbeits- und Ausbildungsplätze und sie werfen nicht alle paar Wochen neue Kollektionen auf den Markt. Und ich wage gar zu behaupten, dass die herkömmlichen Modemarken die Entwicklungen ihrer Branche ebenfalls nicht gut heißen. Denn letztlich werden durch die „Demokratisierung der Mode“ – mit dieser Aussage rechtfertigt der Zara-Gründer seine „Kopien“ – jegliche Modefirmen in dieses sich immer schneller drehende Karussell gezwungen. Im Übrigen glaube ich gilt das für alle wirtschaftlichen Unternehmen – ganz egal in welcher Branche sie tätig sind. Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass alle Naturkosmetiklabels die „Natur“ in so rauen Mengen produzieren können, damit sich ihre Unternehmen wirtschaftlich tragen und am Ende sogar noch etwas übrig bleibt. Natürlich lass ich mich gerne eines Besseren belehren.conny doll lifestyle: Porträt, Streifenhemd,

Kleidungsstücke öfter zeigen

Okay, Ihr seht, ich habe noch lang nicht alles gesagt, deswegen werde mein Geschreibsel, meine Mode und ich, Euch wohl noch eine Weile erhalten bleiben. Und ich möchte noch stärker versuchen, meine Kleidungsstücke in verschiedenen Kombinationen zu zeigen. Das ist schließlich der nachhaltigste Ansatz. Dieser Look ist dafür ein gutes Beispiel, den Pullunder habe ich schon so lange, da war dieser Blog noch nicht mal in Planung. Die Hose und die Schuhe sind ebenfalls schon einige Zeit hier… Der Cardigan ist vom letzten Jahr. Nur das Hemd versaut mir die Statistik. Das habe ich zusammen mit dieser Cordhose gekauft. Aber es ist von Closed, einem Hamburger Label, das zum Beispiel seine Jeans von italienischen Familienbetrieben fertigen lässt. Wenigstens ein Ansatz – denn gar nicht kaufen, fällt mir wirklich unheimlich schwer… Und nun würden mich Eure Gedanken zum Thema wirklich brennend interessieren…deshalb freue ich mich sehr über Eure Kommentare… as always. Habt einen schönen Sonntag….


Hemd: Closed
Hose: Asos
Pullunder: ???? ich habe echt vergessen, wo ich ihn gekauft habe und er ist schon echt „alt“.
Cardigan: März München
Schuhe: Kennel&Schmenger – die habe ich auch schon wirklich lange
…und meine Speedy 40 habe ich, wie ihr Name schon sagt zu meinem 40. Geburtstag bekommen.


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8 Kommentare

  • Karen

    Liebe Conny,

    Nachhaltigkeit ist leider nicht von heute auf morgen zu bekommen. Wir können nur durch konsequente Informationen (auch mit Deinem Blog) allen die Augen öffnen. Du hast auch die Möglichkeit über Deinen Blog Firmen, die verantwortungsvoll mit unserer Umwelt umgehen, zu präsentieren.

    Nichts zu kaufen, wäre eine Möglichkeit. Kostet aber anderer Arbeitsplätze. Weniger und bewusst ist der Weg – aber teuer. Wir Modebegeisterten können nur mit den Füßen abstimmen!! So kaufe ich auch nichts bei dem großen Amerikaner mit dem Smile 😉.

    Liebe Grüße
    Karen

  • Edeltraud Markl-Vidovic

    Ich achtete auch immer auf Viskose.Nach einer Reportage wurde ich eines besseren belehrt.Leider gilt das für sämtliche Materialien.Jeder muß für sich selbst Verantwortung übernehmen.Ich glaube aber auch, daß durch diese Pandemie vielen bewußt wurde ,wie wenig man eigentlich braucht.Diese Zeit nutzte ich aber auch den Kleiderschrank zu durchforsten und was man da so alles findet,ist wie shoppen. Ihre Komentare treffen genau mein Empfinden,ich lese sie immer sehr aufmerksam.Machen Sie bitte weiter so.
    LG

  • Helene Mennig

    Hallo Conny, es ist wirklich lobenswert, wenn man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst und wir alle darauf achten, wo und was und wievierel wir kaufen. allerdings glaube ich, muss sich da ganz grundsätzlich was aendern in den Herkunftslaendern unserer Kleidung. Nur mal angenommen, wenn die Menschen dort gut leben könnten, von dem Geld das sie zur Verfügung haben, wären sie auch nicht so sehr von irgendwelchen dubiosen Firmen abhängig und wären autonomer

  • Nicole

    Liebe Conny,
    Glückwunsch zum 8. Geburtstag, witzig, dass wir fast auf den Tag genau angefangen haben. Okay, ich sieben Jahre später, aber….
    Die Medaille hat immer zwei Seiten: so ist das nun mal. Und wenn du aufhörst zu schreiben, wäre das nicht nur unsagbar traurig und mir würde was fehlen. Nein, die Leute würden ja auch nicht aufhören, sich Klamotten zu kaufen..
    Es ist an uns, eine Balance zu finden und es wird nie ganz ausreichen.
    Solange in anderen Ländern Müllsäcke über Balkone geworfen werden, kann unser kleines Land trennen wie es will.
    AAAABER: Jeder kleine Schritt ist einer. Also machen wir weiter
    Liebste Grüße
    Nicole

  • Tina von Tinaspinkfriday

    Liebe Conny, genau solche Gedankengänge habe ich auch oft. Und genau das alles sind die Schwierigkeiten. Okay Viskose kaufe ich einfach weil es ein gutes Hautgefühl ist. Das total tolle Material gibt es wohl nicht. Aber ich denke wenn wir alle kleine Schritte in die richtige Richtung tun wird es ein großes Ganzes. Ich habe bei Deinem Blog nicht dass Gefühl dass Du mir ständig neue Sachen unter die Nase halten musst. Ich finde das genau so wie es ist richtig schön. Auch Dein Gedankengeschreibsel 🙂
    Auf die nächsten 8 Jahre! Herzliche Grüße Tina

  • Tina

    Was ich mir in Bezug auf Nachhaltigkeit von Modebloggerinnen wünsche, hat mit diesem Post hier schon einen guten Anfang: Ich wünsch mir mehr Posts über langjährige Bewohner euer Kleiderschränke. Könnte es nicht so eine Rubrik geben: „Viel geliebt, ständig getragen und immer wieder neu“ und dann gibt es vierteljährlich einen Post z.B. zur geliebten, weisse Bluse oder DER Jeans? Oder wenn es um Klassiker geht … das wäre schön, dann auch Klassiker aus euren Kleiderschränken zu sehen und nicht immer neue Produkte.
    Ich freu mich immer, wenn ich Stücke wieder erkenne.
    Welche Posts mir selbst zu mehr Nachhaltigkeit verhelfen, sind übringes oft neue Stil- und Farbkombinationen, die mir in Modeblogs vorgestellt werden: Verschiedene Rottöne in einem Outfit oder rosa – gelbe Kombinationen oder romantisch – sportlich oder, oder … Mein Kleiderschrank wächst bei sowas, ohne dass ich auch nur ein Stück dazu kaufe.

  • Iris

    Hallo,
    vielen Dank für diesen Beitrag. Auch ich bin im Alltag dran, mehr Nachhaltigkeit einzubringen. In der Mode irgendwie auch, denn ich hab mir lange nichts fertiges mehr gekauft. 1. weil ich uninspiriert war, 2. aufs Geld achten musste und 3. als rundes Etwas es auch sehr schwer ist, qualitativ Gutes zu einem, für mich, bezahlbaren Preis zu bekommen.
    Zum Glück kann ich mir vieles selber stricken und anderes, da schau ich halt jetzt nach Klassikern, die dann auch lange bleiben dürfen.

    Liebe Grüße, Iris

    • Hasi

      Danke für das Aufgreifen dieses Themas, liebe Conny. Ich finde auch, man muss sich definitiv und dringend etwas mehr Gedanken über dieses ewig rollende Modekarussell machen – und gerade diese Geschwindigkeit der Modetrends ist doch eigentlich ein Beweis, dass uns das alles möglicherweise doch nicht so glücklich macht. Denn: Was mich glücklich macht, dass gebe ich doch so schnell nicht wieder her, das braucht mir auch keiner madig machen. Stichwort: Meine geliebten Skinny-Jeans beispielsweise 😉. Das Dilemma mit den Arbeitsplätzen ist mir durchaus bewusst, auch darf man natürlich seine Garderobe von Zeit zu Zeit mal wieder etwas auffrischen. Und wirklich jedes Kleidungsstück im Schrank aufzutragen, das schaffen wohl doch nur die wenigsten hier. Aber momentan sehe ich auf lange Sicht im textilen Bereich immer mehr Probleme auf uns zukommen, und ich denke mir, ist es das Ganze letztendlich wert gewesen? Großes, großes Fragezeichen. Jedenfalls werden nachhaltigere und fairere Ansätze definitiv immer wichtiger. Und ob es das wert gewesen ist, dass Du Deine Kleidungsstücke, die Du heute trägst, aufbewahrt hast, d a s kann ich zum Glück leicht und ohne Probleme beantworten – ganz klar ja! ich finde Dein Outfit supersüß und ich würde es wohl genauso tragen.

      …und jetzt muss ich mich mal über das Thema „Viskose und Umwelt“ schlau machen *kopfkratz*…

      Liebe Grüße – und selbstverständlich noch nachträglich alles, alles Gute zum Conny-Bloggeburtstag 🎉🙂!!
      Hasi