Ich sag’s, wie es ist: Ich hatte sie schon, bevor sie wieder cool waren. Und nein, das ist kein Versuch, mich modisch interessanter zu machen, als ich bin. Es ist eher dieser Moment im Kleiderschrank, in dem man merkt: Vielleicht war ich damals gar nicht so falsch unterwegs.
Mein erstes Paar habe ich 2013 gekauft. Im Leodesign. Kurz getragen, dann lange ignoriert und jetzt? Jetzt stehen sie wieder ganz vorne. Und schauen mich an, als hätten sie die letzten Jahre einfach ausgesessen. Wahrscheinlich haben sie genau das.
Und bevor wir hier zu genau werden: Mein aktuelles Modell ist streng genommen eher ein Bootsschuh als ein klassischer Loafer. Also die etwas lässigere Variante. Mehr „ich gehe mal eben raus“ als „ich habe gleich einen Termin“. Aber genau das passt eigentlich ganz gut, weil sich der Trend gerade sowieso eher in diese Richtung bewegt.


Vom „war nett“ zum „ach, eigentlich doch ganz gut“
Wenn man ein bisschen länger Mode beobachtet, weiß man: Loafer hatten schon mal ihre Momente. In den Achtzigern, dann irgendwann nochmal vor gut zehn, zwölf Jahren. Das war aber eher so ein kurzes Aufflackern. Einmal kurz modern, dann wieder weg und alle zurück in ihre Sneaker, als wäre nichts gewesen.
2026 fühlt sich das anders an. Der Loafer, beziehungsweise alles, was in diese Slip-on-Richtung geht, ist plötzlich nicht mehr nur so eine Übergangslösung, sondern wirklich angekommen. Vielleicht erzählt er auch den Old Money Style weiter?
Und ich glaube, das liegt nicht daran, dass wir alle beschlossen haben, jetzt besonders vernünftig zu werden. Sondern eher daran, dass man irgendwann keine Lust mehr hat, sich jeden Morgen zu überlegen, ob ein Outfit nur gut aussieht oder auch funktioniert. Idealerweise kann es beides.

Ein kurzer Blick zurück, ohne dass es anstrengend wird
Der klassische Loafer kommt ursprünglich aus der Herrenschuh-Ecke. Anfang des 20. Jahrhunderts, inspiriert von Mokassins, irgendwo zwischen Norwegen und den USA entwickelt. Praktisch, bequem, ohne viel Aufwand. Später haben Marken wie Gucci daraus einen echten Klassiker gemacht und plötzlich war der Schuh nicht mehr nur bequem, sondern auch schick.
Und heute? Heute wirkt das Ganze einfach ein bisschen entspannter.
Was da gerade passiert, ist im Grunde nichts Neues. Der Schuh ist ja nicht plötzlich vom Himmel gefallen. Aber er kommt anders zurück. Weniger geschniegelt, weniger „ich muss jetzt geschniegelt wirken“. Und genau deshalb passt mein Bootsschuh da ziemlich gut rein. Der ist nämlich alles, nur nicht geschniegelt.

Mein Look: Leo, aber bitte ohne Drama
Ich habe den Schuh hier mit einer Leo-Hose kombiniert. Ja, ich weiß. Leo ist auch so ein Thema. Entweder man mag es oder man fragt sich kurz, ob das jetzt wirklich nötig war. Ich finde: Es kommt auf die Mischung an.
Die Hose bringt das Muster, der Schuh nimmt das Ganze wieder ein bisschen raus. Dazu ein schwarzes Oberteil und eine kurze, beige Jacke und plötzlich wirkt das Outfit nicht mehr laut, sondern einfach stimmig.
Mit einem klassischen Loafer wäre es wahrscheinlich strenger geworden. So bleibt es entspannt. Und genau das mag ich daran. Es sieht aus, als hätte ich mir Gedanken gemacht, ohne dass es nach großer Planung aussieht.

Und dann war da noch der Rock
Natürlich habe ich es nicht bei einem Look belassen. Die Schuhe mussten auch noch zum Plisseerock herhalten. Schwarzer Rock, brauner Strick, gleiche Schuhe und auf einmal verändert sich die ganze Stimmung. Alles wird ruhiger, vielleicht ein bisschen weicher. Nicht langweiliger, nur weniger „ich will jetzt unbedingt auffallen“.
Und genau hier merkt man, warum dieser Schuh gerade so gut funktioniert. Er passt sich an, ohne sich komplett rauszunehmen. Sneaker wären mir in dem Moment zu sportlich gewesen, Absatzschuhe zu gewollt. Der Loafer, beziehungsweise Bootsschuh, sitzt genau dazwischen und macht einfach seinen Job.




Was Loafer und Caprihosen gemeinsam haben
Und jetzt kommt der Teil, den ich selbst ein bisschen lustig finde: Die Loafer teilen sich ihr Schicksal mit einem anderen Kleidungsstück in meinem Schrank. Der Caprihose. Auch so ein Kandidat, bei dem ich mir ziemlich sicher war, dass wir beide durch sind miteinander. Nicht, weil sie kaputt war. Sondern weil ich dachte: Das war halt eine Phase.
Und dann steht man irgendwann wieder davor und denkt: Ach so schlecht war das eigentlich gar nicht. Ich finde, genau das passiert gerade mit vielen Teilen. Dinge, die man innerlich schon aussortiert hatte, kommen zurück. Nicht identisch, aber so, dass man plötzlich wieder Lust darauf hat. An der Stelle bin ich auch mal super gespannt, ob dieser Schuhe auch so polarisiert wie die Caprishose.


Warum ich den Loafer gerade wirklich mag
Ich glaube, was mich am Loafer-Trend 2026 am meisten überzeugt, ist diese Mischung aus „funktioniert einfach“ und „sieht trotzdem gut aus“. Der Schuh will nichts beweisen. Er macht kein großes Theater. Aber ergänzt ein Outfit auf eine andere Weise als ein Sneaker. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich so froh bin, dass ich mein altes Paar behalten habe. Nicht, weil es jetzt wieder im Trend ist. Sondern weil es zeigt, dass nicht alles, was man einmal abschreibt, wirklich weg ist. Manchmal lohnt es sich, Dinge einfach im Schrank zu lassen. Offenbar haben sie ein besseres Timing als ich.
Wie steht ihr zu Loafern oder Bootsschuhen? Seid ihr Team „schon immer getragen“ oder eher „ich überlege noch, ob ich mich traue“? Freue mich sehr auf eure Meinung und bedanke mich narrisch für euren Besuch. Habt einen schönen Sonntag und falls Ihr noch nicht dabei seid. Ich freue mich, wenn Ihr meinen Newsletter abonniert, dann erinnere ich euch nämlich einmal in der Woche daran, dass es mich gibt. DANKE.
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Sisley. Meine Lieblinge.
Dein Abend.
Ich habe die wirklich schöne Gelegenheit, einen kleinen, privaten Abend im Maison Sisley in München zu veranstalten. Kein großes Event, kein Gedränge – eher so die Variante: in Ruhe schauen, ausprobieren und endlich mal alles fragen, was man sich sonst verkneift.
7. Mai · 18:30 Uhr
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Ich stelle euch meine Lieblingsprodukte der französischen High-End-Skincare-Marke Sisley vor. Wir testen, entdecken und lassen uns das Ganze auch fachkundig erklären – ich bin eher für die ehrliche Einschätzung zuständig.
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Jetzt anmeldenOder per Mail – die Adresse findest du im Kontaktformular.

DANKE 🖤
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Loafer
Vagabond – ein ähnliches Paar habe ich beim Breuni entdeckt. (Affiliatelink) und diese Bootsschuhe finde ich auch ziemlich cool. (Affiliatelink)
Leohose
H&M – ewig habe ich die schon. Das Exemplar von Streetone ist ähnlich luftig und gut in der Qualität (Affiliatelink).
Schluppenbluse
Mango – ein Zufallsfund, den ich euch letzte Woche schon gezeigt habe und weil Sie mir immer noch gefällt, verlinke ich euch die gleiche Schluppenbluse, wie letzte Woche – via Breuninger (Affiliatelink)
Rock
??? – habs vergessen. Bei Bonprix (Affiliatelink) habe ich aktuell einen Plisseerock entdeckt, der meinem ähnlich sieht. Aber meiner ist nicht aus Samt.


Durchbruch
Der Podcast für Frauen ab vierzig

Guten Morgen Conny, ich liebe Loafer schon lange, ein paar in dunkelbraun könnte bei mir eigentlich wieder einziehen, würde perfekt zu meinen Sachen passen. Die Farbkombi Schwarz und Braun gefällt mir total. Die Kombi mir dem Rock ist wunderschön anzusehen, aber den Leo mag ich auch, wenn er so gut gestylt ist.💕
Ich wünsche Dir einen schönen Wochenbeginn, liebe Grüße Tina
Liebe Tina,
vielen dank, dass dir das Outfit mit Rock gefällt, das freut mich besonders, weil das ist so ein Look, den ich eigentlich nicht so häufig trage. Danke… Und ich könnte mir auch glatt noch ein Paar dieser wunderbaren Schuhe kaufen. Aber ich befürchte, ein weiteres Paar und der Schuhschrank platzt. Ich mist ja eigentlich aus…. eigentlich. 😀 Hab eine schöne Woche, lieber Gruß, Conny
Hallo Conny, ich hab die Loafer auch geliebt, allerdings war das in den 90ern. Und jetzt habe ich mir vor ein paar Wochen ein paar richtig bequeme in einem Nude/beige gekauft, die zu allem passen – noch bevor ich gesehen habe, dass die wieder im Trend sind. Ich hatte auch schon mal Bootsschuhe, die ich aussortiert habe, weil sie unbequem waren. Da hätte ich gerne noch mal richtig bequeme. Vielleicht werde ich ja fündig… ansonsten geht es mir mit den wiederkehrenden Trends gerade eher so, dass ich denke, nein danke. Hatte ich schon mal. Brauche ich nicht noch mal… 😄 und Leofan war ich noch nie! Bei dir finde ich es klasse!
Liebe Coryanne, jaaaaaa, das kenne ich auch – also, dass man einen Trend nicht erneut mitmachen muss. Aber mir gehts manchmal auch gerade umgekehrt, da freue ich mich, dass etwas wiederkommt. Schlaghosen zum Beispiel und überhaupt finde ich alle Looks der Siebziger sooooo toll…. hab eine schöne Woche und danke für deinen Besuch und den Kommentar, lieber Gruß, Conny