Ich war in Irland (also, nur für den Fall, dass ihr es vergessen habt) und Leute, was soll ich sagen: Es war traumhaft. So traumhaft, dass ich euch den ausführlichen Reisebericht noch schuldig bleibe. Nicht aus bösem Willen, aber jede:r, der selbst mal einen Roadtrip durch die grüne Insel (oder anderswo) gemacht hat, weiß: Man kommt mit ungefähr einer Trillion Fotos zurück, und die wollen sortiert, gefiltert, bestaunt und betextet (und da bin ich total schlecht) werden. Ja, das ist leicht übertrieben, aber eben nur leicht.
Trotzdem habe ich heute schon einen kleinen Nachklapp für euch. Und zwar geht’s um Duty-Free-Shopping, das ich auf dem Rückweg am Flughafen Dublin unfreiwillig nochmal näher kennengelernt habe. Ein Ort, an dem sich irgendwie die Zeit auf den Parfumregalen festgeklebt hat. Spoiler: Es riecht dort immer noch nach Teenagerzeit, Urlaub und Lavendelseife – und zwar alles gleichzeitig.


Die ewige Rückkehr von Anaïs Anaïs & Co.
Du betrittst den Duty-Free-Store und sofort schlägt sie dir entgegen: die Vergangenheit. Und zwar mit voller Wucht in Form von Anaïs Anaïs, Jil Sander Sun, Davidoff Cool Water und – mein ganz persönlicher Flashback – Versace Blue Jeans. Es fehlt eigentlich nur noch, dass irgendwo „Dr. Alban – It’s my life“ läuft. Wobei… vielleicht lief das sogar, ich war zu sehr damit beschäftigt, mit meiner Tochter durch meine Duft-Teenagejahre zu spazieren.
Dass genau diese Klassiker dort noch immer in Reih und Glied stehen, ist kein Zufall. Nein, sie stehen dort aus Überzeugung und wahrscheinlich auch aus gutem Umsatz. Offenbar gibt es nach wie vor Menschen, die bei ihrer Urlaubsreise beschließen, sich selbst oder anderen eine Zeitreise in 50 ml zu gönnen. Eau de Toilette, wohlgemerkt – also eher ein kurzer Tagesausflug als ein Wochenendtrip. Manche der Duftwässerchen haben jedenfalls die Haltbarkeit eines abgestandenen Früchtetees. Oder, um es drastischer auszudrücken: Heute haben die meisten Raumdüfte mehr Tiefe.


Warum gibt’s das überhaupt noch?
Während ich also zwischen Flakon-Designs stehe, die so aussehen, als wären sie direkt aus einem BRAVO-Girl-Heft von 1992 ausgeschnitten, frage ich mich: Warum gibt es Duty-Free-Shopping eigentlich überhaupt noch?
Kleine Keynote für alle Interessierten – ich musste nämlich sofort rumgooglen, woher das eigentlich kommt. Das könnte ihr euch nämlich jetzt sparen. Gern geschehen!
Duty-Free-Shopping wurde 1947 am Flughafen Shannon in Irland erfunden. Kein Scherz! Der findige Dubliner Geschäftsmann Brendan O’Regan kam damals auf die Idee, internationalen Reisenden eine steuerfreie Einkaufsmöglichkeit zu bieten und legte damit den Grundstein für eine heute milliardenschwere Branche. Shannon war damals ein wichtiger Zwischenstopp auf Transatlantikflügen, und da dachte man sich: wenn schon Pause, dann wenigstens mit Parfum, Whiskey und Zigaretten ohne Zoll. Irland – Land der Innovationen!

Die große Illusion vom Schnäppchen
Heute wirkt das Duty-Free-Konzept ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Denn während draußen das Internet auf dich wartet mit Preisvergleichen, Rabattcodes und Gratis-Versand, locken im Terminal immer noch Schilder mit „-20 % off“. Und ich frage mich ernsthaft: Glauben die Leute das noch?
Okay, Ausnahme: die exklusiven Airport-Special-Sizes. Ich spreche hier von den 30ml, 50ml oder 75ml-Versionen, die es oft wirklich nur am Flughafen gibt. Oder auch (jetzt kommt ein kleiner Service-Teil:) die berühmte Elizabeth Arden Eight Hour Cream, die dort meist in einer limitierten Größe oder als „Airport Exclusive Set“ angeboten wird. Für Menschen, die unterwegs gut gepflegt bleiben, durchaus ein legitimer Kaufgrund. Und ich gebe zu, ich kaufe die auch gern als Mitbringsel. Aber sonst?
Duty-Free-Shopping ist wie ein Parfum-Museum ohne Eintritt
und sogar die Exponate werden noch verkauft.

Spätsommerkleid trifft Mantelkleid – Look fürs Terminal und danach
Und jetzt mal ehrlich, viel interessanter als der Preis von Eau de Toilette XY war für mich sowieso die Frage: Was ziehe ich an für den Spätsommer? Denn auch wenn ich modisch schon in Herbstlaune bin, hoffe ich doch auf ein paar laue Nachmittage. Und ich weiß, das geht euch ganz genauso. Deswegen habe ich mein ärmelloses Sommerkleid kurzerhand spätsommertauglich kombiniert mit einem Mantelkleid drüber. Sieht nicht nur stylish aus, sondern funktioniert auch in klimatisierten Büros oder – you guessed it – auf Flughäfen. Ich sage nur: 23 Grad draußen, gefühlte 17 Grad drinnen. Wer auch immer diese Klimaanlagen programmiert hat, muss entweder aus der Arktis stammen oder ein sehr heißblütiger Mensch sein.
Mein Look ist also nicht nur Terminal-tauglich (wobei ich beim Fliegen nie Kleider trage), sondern auch alltagstauglich, vor allem für alle, die sich schon mental auf den Herbst vorbereiten, aber den Sommer noch nicht ganz ziehen lassen wollen. Eine modische Sandwichlösung sozusagen.

Und was sagt der Duft der Zeit?
Was ich von diesem kleinen Duty-Free-Abstecher mitnehme? Neben dem Gedanken, dass Parfum-Marken offenbar sehr lange Lagerzyklen haben, bleibt vor allem ein amüsiertes Schmunzeln. Und die Erkenntnis: Irgendwas scheinen diese alten Düfte in uns auszulösen. Sonst würden sie nicht immer noch dort stehen – wie Zeitzeugen eines Lebensgefühls. Vielleicht sind sie, wie das Poesiealbum aus der Schule oder der Bravo-Starschnitt – nicht mehr ganz aktuell, aber irgendwie schön, dass es sie noch gibt.



Parfum mit Erinnerungsfaktor
Was mir beim Streifzug durch den Duty-Free-Shop wieder klar wurde: Düfte sind kleine Zeitmaschinen. Kaum geschnuppert, schon steht man wieder mit Haarspray-Pony vorm Badezimmerspiegel oder im Lieblingsclub der 90er. Mich hat diese Duft-Zeitreise auf jeden Fall schmunzeln lassen und auch bisschen irritiert. Denn einige Klassiker haben den Sprung in die Gegenwart vielleicht einfach nicht verdient. Aber wer bin ich, das zu beurteilen? Es scheint da draußen eine treue Fanbase zu geben.

Und jetzt ihr!
Welcher Duft war euer Signature-Scent? Tragt ihr ihn heute noch oder habt ihr ihn ebenfalls im Duty-Free wiederentdeckt und euch ganz schnell weggedreht? Erzählt’s mir gerne in den Kommentaren, ich bin sehr gespannt auf eure Duftgeschichten. Und vielleicht findet sich ja die eine oder andere neue Inspiration für die Parfumsammlung 2.0.
Danke von Herzen fürs Vorbeischauen und eure Zeit – ich freu mich, wenn ihr bald wieder vorbeischaut. Habt einen wunderbaren Sonntag! 💛


Details rund um den Look
- Kleid: Toteme via Lindner Fashion. Für mich eine der besten Boutiquen Deutschlands mit der tollsten Auswahl. Leider habe ich ihren Store in Dortmund noch nie besucht – eine Schande, da ich bereits 2016 das erste Mal bei Susanne Lindner etwas gekauft habe. Es wird Zeit mal einen Ausflug nach Dortmund zu machen.
Ein Sommerkleid, das ich mir jetzt noch kaufen würde, weil ich glaube, dass es sich auch super im Herbst kombinieren lässt, ist das hier von Massimo Dutti (Affiliatelink)
eher meinem ähnlich und wohl sehr gut für große Menschen geeignet, ist dieses Sommerkleid (Affiliatelink). - Mantelkleid: 10Days – das habe ich bei Karin von Stilvoll Köln gekauft und euch schon einige Male gezeigt. Hier zum Beispiel
- Tasche: Valentino Garavani – Budget findet ihr hier bei Mango ein schönes Modell. (Affiliatelink)) – und würde mich mir im Moment genug Kleingeld für eine Tasche haben, dann wäre es diese hier (Affiliatelink).


Aktuelle
folge von Durchbruch
Der Podcast für Frauen ab vierzig
Freunde fürs Leben oder doch eher für eine Saison? In dieser Folge von Durchbruch plaudern wir über das große Mysterium „Freundschaft“. Warum es mit 20 noch leicht ging, neue Menschen ins Herz zu lassen und warum man heute bei der dritten Verabredung lieber schon die Macken auf den Tisch legt. Es geht um alte Weggefährten, um Neid, um Werte, die verbinden (oder trennen), und um die Erkenntnis, dass manchmal schon ein gemeinsamer Humor mehr wert ist als jede Gucci-Tasche. Unterhaltung garantiert, Weisheiten inklusive.

Liebe Conny, ich musste schmunzeln, jedes mal denke ich, wo kommen diese Düfte nur noch her? Ich will die alten Düfte nicht mehr, wobei ich gern nochmal eine Flasche Naughty Alice von Westwood hätte. Ich wechsle immer zwischen 2-4 Düften wechsle um nicht geruchsblind zu werden.☺️ Dein Look ist toll, gefällt mir mega gut.
Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag, liebe Grüße Tina
Liebe Tina, Mensch, das weckt auch Erinnerungen. Gibt es diesen Duft nicht mehr? Und das mit der Geruchsblindheit versuche ich auch zu vermeiden. Und ich finde, es gibt so viele schöne Düfte, es fällt mir schwer, mich da festzulegen.
Danke für deinen Besuch und deine Kommentare – hab einen schönen Sonntag, lieber Gruß Conny
Schöner Look, sieht richtig stylisch aus und super für Spätsommertage. Um Duty free mache ich tatsächlich einen Bogen, interessiert mich nicht. Aber habe tatsächlich auch im vorbeilaufen den Eindruck, dass sich da seit meinem ersten Besuch nicht viel verändert hat. Hab eine schöne Woche Conny, herzliche Grüße Sigi
Liebe Sigi, ich danke dir sehr und freue mich, dass dir der Look gefällt. Auch für deinen Besuch schicke ich dir ein dickes Dankeschön – hab einen guten Wochenstart, lieber Gruß, Conny